Historie FFW Iber

Historie der Freiwilligen Feuerwehr Iber

Seit dem Jahre 1902 bestand in Iber eine Pflichtfeuerwehr, in der alle männlichen Einwohner im Alter von 18 bis 65 Jahren aktiv ihren Dienst leisten mussten. Feuerwehrhauptmann war damals August Rische.

Zur Bekämpfung eines Brandes stand der Wehr eine Handdruckspritze, die von Pferden gezogen wurde, zur Verfügung. Die Bedienung dieser Handdruckspritze war sehr einfach, aber zu einer Übung oder bei einem Brand wurden doch viele Wehrmänner benötigt. Um den Pumpvorgang zu gewährleisten waren 16 Männer nötig, 8 Männer aktiv und 8 Männer in Reserve, also 16 Männer waren schon allein damit beschäftigt, bei einem Brand für den Wasserdruck zu sorgen. Somit waren in so einer kleinen Gemeinde wie Iber alle männlichen Einwohner im Einsatz.

Auf Grund der Neuordnung des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933, das in erster Linie die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr vorsah, wurde dann am 7. Mai 1934 unter Vorsitz des Landrates Dr. Heinrichs und dem Bürgermeister Gustav Stolte im Gasthaus Bode, die Freiwillige Feuerwehr Iber gegründet.

Gemeindebrandmeister wurde Gustav Thebes, der auch die Pflichtfeuerwehr seit dem Jahre 1912 geführt hatte, sein Stellvertreter wurde Hermann Bode. Für die Uniform der Wehr sorgte der hiesige Schneidermeister Friedrich Thielebeule.

Die Übungen in der nun folgenden Zeit wurden nach einem aufgestellten Dienstplan leicht militärisch durchgeführt. Am 21. März 1935 übernahm Hermann Bode die Führung der Wehr und Gustav Thebes wurde Stellvertreter.

Am 5. September 1936 hatte die noch junge Wehr ihre erste Probe zu bestehen. Um 7.00 Uhr morgens brannte durch Blitzschlag die Scheune des Landwirts Wilhelm Kretzer. Die Wasserentnahme erfolgte aus dem in unmittelbarer Nähe liegenden Hannchenbrunnen.

Da der Hannchenbrunnen aber nur ein Fassungsvermögen von ca. 12 cbm beinhaltete und für eine Brandbekämpfung nicht ausreichend war, wurden schon in der nächsten Zeit Überlegungen zum Bau eines größeren Löschwasserbehälters angestellt.

Anfang des 2. Weltkrieges übernahm Gustav Thebes wieder die Führung der Wehr und um diese funktionsfähig zu halten, wurden junge und ältere Einwohner herangezogen.

In den Jahren von 1943 bis 1944 wurde auf dem Grundstück von August Rische Nr. 2 ein Feuerlöschteich (180 cbm) mit einem Kostenaufwand von 5.000,- RM gebaut.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde auf Vorschlag des Kreisbrandmeisters Gustav Ossenkopp vom Bürgermeister Walter Bohne im Mai 1946 eine Versammlung zur Neuaufstellung der Freiwilligen Feuerwehr einberufen, da viele Feuerwehrkameraden gefallen oder noch in Gefangenschaft waren. Gustav Thebes legte aus Altersgründen sein Amt nieder und so wurde Hermann Kretzer zum neuen Brandmeister gewählt, der die Wehr bis 1950 führte.

Werner Halbfaß übernahm ab dann die Führung der Wehr und Heinrich Fleckenstein wurde Stellvertreter und auch gleichzeitig 1. Gruppenführer. Da nun schon im Kreisgebiet die Motorisierung innerhalb der Wehren begann, wurde in Iber der Wunsch zur Anschaffung einer Motorspritze stärker.

Am 14. Januar 1952 fasste der Gemeinderat den Beschluss, eine gebrauchte Motorspritze anzuschaffen. Um die Gemeinde nicht zu stark zu belasten, wurde dahin Übereinstimmung erzielt, durch eine freiwillige Sammlung die Hälfte der Kosten aufzubringen.

Am 8. März 1952 wurde der Wehr dann eine Tragkraftspritze 808 (Fabrikat Meyer, Hagen, generalüberholt) zu einem Preis von 800,- DM übergeben. Der zum Transport erforderliche Tragkraftspritzenanhänger (Baujahr 1939) wurde jedoch erst im Frühjahr 1953 angeschafft.

Fahrt zur Ducksteinquelle

Durch die Motorisierung der Wehr kam man auf den Gedanken, eine auswärtige Übung an der Ducksteinquelle durchzuführen. Dieses geschah am 1. Mai 1952 mit anschließendem gemütlichen Beisammensein. Da dieser 1. Mai einen sehr guten Anklang fand, fasste man den Beschluss, diese Veranstaltung alljährlich an diesem Tag zu wiederholen, die uns bis zum heutigen Tage erhalten geblieben ist.

Am Sonntag, dem 23. Mai 1954, um 13.30 Uhr, wurde die Wehr zu ihrem ersten Großeinsatz gerufen. Es brannte das Wohngebäude der Familie Robert Fleckenstein. Der Einsatz war schnell und vorbildlich. Die Tragkraftspritze wurde bei dem Feuerlöschteich aufgestellt und förderte das Wasser zur Brandstelle. Leider war sie dadurch überfordert und setzte aus. Dieses geschah zu einem Zeitpunkt, als der Brand fast gelöscht war.

Im Jahre 1958 legte Werner Halbfaß sein Amt nieder. Als neuer Brandmeister wurde Heinrich Arnemann gewählt, der die Wehr bis 1963 führte.

Am 26. Januar 1963 übernahm Gustav Heise die Führung der Wehr. Da nun in dieser Zeit die alte Tragkraftspritze den Anforderungen nicht mehr stand hielt, wurde vom Gemeinderat eine neue TS 8 (Ziegler) angeschafft und am 25. Juni 1965 der Wehr übergeben.

Ehrendamen Feuerwehrfest 1966

Am 25., 26. und 27. Juni 1966 feierte die Wehr ein Zeltfest, verbunden mit den Kreiswettkämpfen, auf der „Heiseschen Wiese“ beim alten Gerätehaus.

Am 1. Februar 1969 legte Gustav Heise aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Gemeindebrandmeister nieder und Wilhelm Höltje wurde zum neuen Brandmeister gewählt, der dann die Wehr bis zum 20. Januar 1973 führte. Bei der an diesem Tage stattfindenden Generalversammlung wählte die Wehr Gerhard Pankalla zum neuen Gemeindebrandmeister. Im März wurde für die Wehr im Erdgeschoss der ehemaligen Schule ein Aufenthalts- und Geräteraum ausgebaut. Die TS 8 wurde in einer Wellblechgarage untergebracht.

Im Juni 1976 begann die Wehr in Eigenleistungen ein neues Gerätehaus zu bauen. Im Mai des nächsten Jahres erhielt die Wehr ein Fahrzeug TSF und so wurde im Juni 1977 Gerätehaus und Fahrzeug offiziell übergeben.

Übergabe TSF 1977
Übergabe TSF 1977
Übergabe TSF 1977
Übergabe TSF 1977

                                                                                                                                                                                                                                                                        Bei der Veranstaltung am Nachmittag wurden auch schwere Fahrzeuge der FFW Einbeck vorgestellt. Gleichzeitig gab der Feuerwehrmusikzug Einbeck/Moringen ein Platzkonzert. Am Abend fand man sich in der Wedemeierschen Gartenbauhalle zusammen, um dieses Ereignis gebührend zu feiern.

Jugendfeuerwehr 1977

Am 22. Dezember 1977 wurde unter der Leitung des Ortsbrandmeisters Gerhard Pankalla im Gerätehaus eine Jugendfeuerwehr gegründet. Als Jugendwart übernahm Friedhelm Thebes die Betreuung und Ausbildung der 12 jungen Mitglieder.

In der Generalversammlung am 19. Januar 1980 gab der Ortsbrandmeister Gerhard Pankalla zur Kenntnis, dass er seit Dezember des vergangenen Jahres stellvertretender Brandschutzabschnittsleiter ist. Aus diesem Grund müsse er das Amt des Ortsbrandmeisters niederlegen. Als neuer Ortsbrandmeister wurde Friedhelm Thebes vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Stellvertreter wurde Willi Stolte.

Im Jahre 1980 beteiligte sich die Wehr am Ausbau des Grillplatzes. Seit 1981 findet die traditionelle Maifeier auf dem neu erstellten Grillplatz statt.

In der nächsten Generalversammlung am 17. Januar 1981 wurde die Führung der Jugendfeuerwehr vom Ortsbrandmeister Friedhelm Thebes an Gustav Sebexen und Walter Herbst übergeben.

Fest 1984

Auf der Generalversammlung im Januar 1981 wurde von der Versammlung beschlossen, 1984 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der FFW Iber ein Zeltfest zu feiern. 15 Mitglieder wurden in den Festausschuss gewählt. Festausschussvorsitzender wurde Willi Stolte.

Im September 1987 wurde das zehnjährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Iber gefeiert. Zu einem „Spiel ohne-Grenzen“ Tag waren benachbarte Jugendwehren eingeladen.

Während der Maiversammlung am 1. Mai 1989 ertönte nachmittags die Sirene. Der Einsatzort war bereits vom Grillplatz aus deutlich erkennbar: Die Reithalle in Edemissen stand in hellen Flammen.

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde die Wehr am 20. Juli 1991 zu einem Brandeinsatz in die Letznerstraße 1 gerufen. Beim Abräumen des Strohs vom Boden der Scheune stürzte die Decke mit drei Kameraden ein – alle kamen unverletzt mit dem Schrecken davon. Bei den sich anschließenden langwierigen Nachlöscharbeiten wurde ein Kamerad beim Hinabstürzen einer Treppe schwer verletzt, glücklicherweise ohne Folgeschäden.

Am 12. und 13. September 1992 wurde das 15-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr begangen. Parallel dazu wurde auch der Feuerwehrmarsch der aktiven Gruppen der Stadt Einbeck ausgerichtet.

Nach mehreren durch Starkregen im Ortsgebiet bedingten Hochwassereinsätzen im Frühjahr 1994 konnte am 5./6. Juni das 60-jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr Iber im Rahmen eines Scheunenfestes in der Gerätehalle des Kameraden Rainer Arnemann begangen werden.

Am 13. April 1995 wurde der in Eigenleistung renovierte Schulungsraum eingeweiht. Am 2. Juni desselben Jahres wurde das neue Großzelt angeschafft, welches auf Anfrage auch vermietet werden kann.

Im Jahr 1997 wurde am 16 und 17. September das 20-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr mit einem kleinen Zeltfest im Bereich Kindergartengelände/Bolzplatz gefeiert.

Erstmals veranstaltete die Feuerwehr Iber im September 1998 eine Tagesfahrt. Neben einer Stadtführung in Celle wurde auch die dortige Landesfeuerwehrschule sowie das Heimatmuseum in Winsen/Aller besichtigt. Der Abschluss fand auf dem hiesigen Grillplatz statt.

Nach tagelangen ergiebigen Regenfällen wurde die Feuerwehr Iber am 28. Oktober 1998 zu Hochwassereinsätzen nach Einbeck gerufen, wo im Bereich des Krummen Wassers/Tiedexer Tor mehrere Keller ausgepumpt werden mussten.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Feuerwehr Iber wurde im gleichen Jahr ein Scheunenfest auf dem Grundstück von Dr. Horst Bode veranstaltet.

Im selben Jahr erfolgte die Übergabe einer neuen „gebrauchten“ Tragkraftspritze durch die Stadt Einbeck, nachdem das geliebte Vorgängermodell fast 40 Jahre treu seinen Dienst verrichtete.

Bei dem Großbrand an der Langen Brücke in Einbeck am 30. März 2005 verrichteten allein die Kameraden der Feuerwehr Iber zusammen 175 Stunden Dienst.

Seitens der Jahreshauptversammlung am 22.01.2005 wurde durch die Versammlung einstimmig entschieden, das 75-jährige Jubiläum im Frühjahr 2009 mit einem großen Zeltfest zu begehen.

Im Mai 2009 wurde das beschlossene Zeltfest gefeiert. Die drei Tage waren ein voller Erfolg. Bei Musik und Tanz konnten wir auch unsere Freunde aus Iber/Markt Hanbach begrüßen.

Nach einem ruhigen Einsatzjahr 2010 wurde die Einsatzbereitschaft der Kameraden im Jahr 2011 auf die Probe gestellt. Insgesamt 9 Brandeinsätze waren zu absolvieren.

Am 18.05.2011 brannte der Bauwagen der Familie Frank Stolte vollständig aus. 17 Kameraden aus Iber und 29 Kameraden der umliegenden Ortschaften und der Kernstadt waren im Einsatz.

Am 12.11.2011 brannte ein Wohnhaus in der Northeimer Str. 14 vollständig aus. 27 Kameraden aus Iber sowie 199 Kameraden aus dem Landkreis Northeim waren im Einsatz. Es entstand ein Gesamtschaden von ca. 250.000 €. Verschiedene Einsatzabschnitte wurden gebildet und die Wasserversorgung wurde durch Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen erweitert, da die Menge aus dem Leitungsnetz nicht ausreichend war.

Am 05.12.2011 begann die Brandserie, die durch einen Jugendlichen aus dem Ort gelegt wurde, in der Northeimer Str. 19. In einem leerstehenden Wohnhaus wurde Feuer gelegt.

Am 09.12.2011 brannte die Scheune vom Obstbaubetrieb Wedemeier nieder.

Am 13.12.2011 brannte die Scheune von Familie Kretzer in der Wolfskuhle ab.

Am 19.12.2011 wurde Feuer in der Scheune vom Anwesen S. Jakob in der Ibergstrasse gelegt. Dieser wurde in der Entstehung gelöscht.

Der Gesamtschaden der Brandserie beläuft sich auf 200.000 €, ganz zu schweigen von der nervlichen Belastung für alle Einwohner. Bei keinem der Brände kam jemand zu Schaden.

Nachdem die Feuerwehr 2012 von großen Einsätzen verschont wurde, feierten wir in dem Jahr das 1.200 jährige Bestehen der Ortschaft Iber. Zu diesem Anlass haben wir eine Partnerschaft mit unserer befreundeten Feuerwehr aus Iber / Markt Hanbach geschlossen.

Im Jahr 2014 feierten wir unser 80 Jähriges Bestehen zusammen mit dem MGV der 125 jähriges Bestehen hatte. Hier wurde ein Fest in der Scheune des Obstbaubetriebs Wedemeier organisiert. Auch dieses Fest war wieder ein voller Erfolg.

Unser Feuerwehrauto, der alte Ford Transit rundhauber, ging nach langer, treuer Dienstzeit im Jahr 2015 „in Rente“ und wir bekamen ein neues TSF (Opel Moravo) mit dem neuesten Stand der Technik.

Übergabe 2015
TSF seit 2015
TSF seit 1977

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Im Jahr 2016 wurde ein neuer Ortsbrandmeister gewählt. Maik Thebes hat seitdem den Posten inne, sein Stellvertreter wurde Jens Trümper.